Seit dem 1. Februar 2026 ist die Nutzung privater Handys durch Schüler an Sachsens Grundschulen sowie Primarstufen von Förder- und Gemeinschaftsschulen tabu. Die konkrete Umsetzung muss von den Schulen selbst organisiert werden. Hier erfahren Sie, welche Regeln gelten und welche Möglichkeiten es gibt.
Das gilt seit Februar 2026
- Das Handyverbot gilt während des gesamten Schultages, also sowohl im Unterricht als auch in allen Pausen auf dem gesamten Schulgelände.
- Gerätearten: Das Verbot umfasst nicht nur Smartphones, sondern ausdrücklich auch Tastentelefone, Smartwatches und ähnliche mobile Endgeräte.
- Schulweg: Eltern dürfen ihren Kindern weiterhin Geräte für den Schulweg mitgeben; das Verbot greift erst auf dem Schulgelände.
- Ausnahmeregelungen: Die Nutzung ist erlaubt zum Schutz lebenswichtiger Interessen, z.B. bei chronischen Krankheiten (z. B. Diabetes-Apps). Außerdem können Lehrkräfte im Einzelfall eine zeitweilige Nutzung erlauben. Ausnahmen dürfen zudem von der Schulkonferenz beschlossen werden.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat die wichtigsten Regelungen in einem FAQ zusammengefasst:
Handyverbot in der Praxis
Bei der Umsetzung, insbesondere der Art der Verwahrung von Smartphones, haben die Schulen Gestaltungsfreiheit. Ob die Geräte ausgeschaltet in der Schultasche bleiben, zentral eingesammelt oder in speziellen Vorrichtungen (Handy-Safes) gelagert werden, entscheidet die jeweilige Schule vor Ort. Hier finden Sie vier Möglichkeiten:
Hinweis: Um die Umsetzung im Schulalltag zu visualisieren, haben wir beispielhaft einige technische Lösungen recherchiert und in diesem Beitrag verlinkt. Diese Auswahl ist nicht abschließend und dient lediglich der Orientierung, jedoch nicht einer Empfehlung. Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Websites.
Möglichkeit 1: Handy im Ranzen
Das Smartphone bleibt einfach im Ranzen, und zwar ausgeschaltet oder im Flugmodus.
Die Schüler behalten ihre Geräte bei sich und müssen diese ausgeschaltet im Ranzen verwahren. Zwischen dem ersten und letzten Klingeln dürfen die Geräte nicht herausgeholt werden.
Diese Möglichkeit bietet sich als schnelle und kostengünstige Lösung an. Allerdings ist sie mitunter, vor allem in Pausen, nicht durchgängig kontrollierbar.
Möglichkeit 2: „Handy-Parkplatz“ – offene Sammelstelle
Die Smartphones werden in einer offenen Sammelstelle, beispielsweise einem Regal oder in einem Schuh-Organizer aus Stoff aufbewahrt. Für jeden Schüler gibt es einen festen Platz, an dem das Handy (und andere technische Geräte) am Morgen platziert werden.
Die Lehrkraft kann damit sofort sehen, wer abgegeben hat. Der Nachteil ist, dass die Handys nicht eingeschlossen sind. Besonders bei Raumwechseln oder in Pausen müssen die Geräte entweder mitgenommen oder die Klassenräume verlassen und abgeschlossen werden.
Einfache Lösungen für den Handy-Parkplatz gibt es zwischen 20 € und 100 € u. a. als aufhängbares Stoffregal (z. B. Betzold, Timetex) oder als Holz-Stellplatz (z. B. Betzold, Timetex).
Möglichkeit 3: verschließbare „Handy-Garage“
Im Klassenzimmer steht eine Holzbox oder ein Metallschrank, in den die Smartphones sicher eingelagert werden können. Die Türen sind verschließbar. Die Schüler legen ihre technischen Geräte vor der ersten Stunde im Schrank ab. Nach Unterrichtsschluss wird der Schrank geöffnet und die Schüler entnehmen ihre Geräte wieder.
Die Handys sind in diesem Fall sicher verwahrt, auch wenn das Einsammeln und Austeilen zu Beginn wenige Minuten Zeit in Anspruch nimmt. In Schulen, in denen jeder Schüler über ein Schließfach verfügt, kann die Regelung auch sein, dass das Handy ausgeschaltet im Schließfach zu verbleiben hat.
Einfache abschließbare Schränke für Smartphones gibt es ab ca. 150 €. Einige Hersteller bieten sogar Schränke an, in denen die Handys während des Unterrichts aufgeladen werden. Preislich liegen diese Lösungen je nach Kapazität zwischen 1.500 € und 5.000 €.
Möglichkeit 4: magnetisch verschließbare Handy-Taschen
Jeder Schüler bekommt eine spezielle Handy-Tasche. Morgens wird das Handy hineingelegt und die Tasche mit einem Magnetverschluss (ähnlich wie Sicherungsetiketten im Kaufhaus) verriegelt. Erst an einer speziellen „Entriegelungs-Station“ am Ausgang lässt sich die Tasche nach Schulschluss wieder öffnen.
Das Handy bleibt beim Kind (keine Haftungsprobleme für die Schule), ist aber absolut unnutzbar. Damit kann das Handyverbot auch in Pausen umgesetzt werden.
Die Preise pro Hülle liegen bei etwa 10–20 € (je nach Stückzahl). Hinzu kommen Anschaffungen für Entsperrvorrichtungen. Auch Miet-Modelle sind möglich. Komplettangebote können auf den Herstellerseiten angefragt werden, z.B. bei smartphonefrei oder Locksta.

